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Aktuelle Menschenrechtslage in Nordkorea

Die diktatorisch vom Familienclan der Kims regierte „Demokratische Volksrepublik Korea“, in der Militär und Geheimdienst in allen Lebensbereichen enormen Einfluss besitzen, geht mit äußerster Brutalität gegen jede Andeutung von Kritik vor.

Das größte Problem ist jedoch der Hunger: Während die Nomenklatura im Luxus schwelgt, wird die Bevölkerung je nach Nähe zur Staatsideologie und zum Regime in ca. 35 Gruppen eingeteilt. Wer in der Rangfolge unten steht, hat keine Chancen auf eine angemessene Ernährung. Denn die Bevölkerung ist von Hilfslieferungen abhängig. Mehrere Überschwemmungen im letzten Jahrzehnt, vor allem aber der Mangel an Dünger und Maschinen (die früher aus Südkorea geliefert wurden) haben gravierenden Mangel zur Folge. Schuld daran ist vor allem die Abschottungspolitik gegenüber der Weltgemeinschaft: Fast alle internationalen Hilfsorganisationen mussten das Land verlassen oder verließen es wegen der untragbaren Arbeitsbeschränkungen, das Ausland reduzierte seine Lieferungen. Vor allem in den harten Wintern müssen sich viele Leute von Graswurzeln und Kräutern ernähren. Im Vergleich zu gleichaltrigen Jugendlichen in Südkorea sind die nordkoreanischen ca. 13 cm kleiner und 11 kg leichter und oft geistig weniger entwickelt. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt in Südkorea 77,9 Jahre, in Nordkorea 66,8 Jahre. Das Recht auf Nahrung bildet bei Amnesty International seit zwei Jahren einen Schwerpunkt der Aktionen.

Das Überschreiten der Grenze nach China, um Nahrung zu suchen, gilt als illegal und wird drakonisch bestraft. Die leiseste Kritik an Maßnahmen der Regierung, das Vergessen der Texte von Ansprachen des "großen" und des "geliebten" Führers u.ä. führen zur Einweisung in eines der zahlreichen sog. Umerziehungs- und Arbeitslager, teilweise auch von Familienangehörigen, weil die Sippe für den Einzelnen haftet. Die Zustände in den 2010 noch vergrößerten Lagern sind unvorstellbar grausam. Einige wenige Insassen, denen die Flucht nach Südkorea gelang, schilderten die menschenverachtenden Verhältnisse. Die Existenz solcher Lager wird zwar noch immer vom Regime geleugnet, ist durch Satellitenaufnahmen jedoch eindeutig belegt.

Meinungs- und Versammlungsfreiheit stehen wie andere Grundrechte zwar in der Verfassung, gelten jedoch praktisch nicht. Religiöse Betätigung, ebenfalls in der Verfassung garantiert, hat drakonische Lagerstrafen für die ganze Familie zur Folge, sobald sie außerhalb der staatlich verordneten minimalistischen buddhistischen und christlichen Behördenstruktur gelebt wird.

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Nordkorea ist eines der Länder, in denen sämtliche Menschenrechte auf das härteste verletzt werden. Auch mit dem gegenwärtigen Konfrontationskurs gegenüber der Weltgemeinschaft verschärft sich die Ernährungssituation für den Großteil der Bevölkerung weiter. Die Existenz der ca. 200.000 Gefangenen sowie der Straflager selbst wird weiterhin geleugnet.

Amnesty Bericht 2011

Nordkorea