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Korea ist seit dem Koreakrieg 1950-53 in Nord- und Südkorea geteilt. Im Norden regiert der Diktator Kim Jong Il, der Nachfolger seines 1994 verstorbenen Vaters Kim Il-Sung. Sein kommunistisches Regime hat die "Demokratische Volksrepublik Korea" zu einem der abgeschottetsten Länder der Welt gemacht. Die Menschen haben keinen Zugang zu Informationen; es ist davon auszugehen, dass die Mehrheit der Nordkoreaner keine Vorstellung davon hat, was außerhalb Nordkoreas auf der Welt geschieht. Eine Einreiseerlaubnis in das kommunistische Land zu erhalten, ist sehr schwierig und deswegen ist auch unser Wissen über Nordkorea beschränkt. Die gegenwärtige Politik ist gekennzeichnet von Konfrontation gegenüber fast allen Ländern: Rückzug aus den Sechs-Parteien-Gesprächen (Nord- und Südkorea, China, Russland, Japan, USA) über die Atomrüstung; Raketen- und Atomversuche provozieren bewusst die Weltöffentlichkeit. Wegen seiner schweren Erkrankung baut Kim Jong Il nun seinen jüngsten Sohn Kim Jong Un als Nachfolger auf. Ob dieser in Zukunft eine offenere Politik plant und sich gegen das in allen Bereichen dominierende Militär (in dem wiederum verschiedene Richtungen existieren) durchsetzen kann, ist völlig offen.
Der Süden des geteilten Landes, die Republik Korea, war bis 1981 eine brutale Militärdiktatur, die jedoch die Industrialisierung vorantrieb: Aus dem einstigen Agrarstaat wurde ein hoch technisiertes Land. 1989 kam der ehemalige politische Gefangene – der auch von Amnesty International betreut wurde – Kim Dae-jung ins Präsidentenamt. Er demokratisierte sein Land, achtete gegen viele Widerstände auf die Einhaltung der Menschenrechte und versuchte, mit Nordkorea ins Gespräch zu kommen. Für diese „Sonnenscheinpolitik“ erhielt er den Friedensnobelpreis. Letztlich scheiterte er damit aber ebenso wie sein Nachfolger Roh Moo-hyun. (Südkoreanische Präsidenten sind für 5 Jahre gewählt ohne Möglichkeit einer Wiederwahl.) Deshalb gewann der konservative ehemalige Seouler Bürgermeister Lee Myung-bak die letzte Wahl haushoch. Doch konnte auch er bisher wenig von seinem vor allem auf die Wiederbelebung der Wirtschaft zielenden Wahlprogramm verwirklichen. Demonstrationen und Streiks drückten die Enttäuschung weiter Teile der Bevölkerung aus.
Auch wenn die Situation in Südkorea keinesfalls mit der in Nordkorea verglichen werden kann, so gibt es doch auch im südlichen Landesteil Menschenrechtsverletzungen. Abgesehen davon bildet die Korruption - wie in den meisten asiatischen Ländern - ein schwer auszurottendes Grundübel.